12.09.17

Mainz – Seit Tagen streiken große Teile der Belegschaft des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Sendungen fallen aus, das Programm muss hektisch umgeplant werden. Wer weiß, wie kompliziert die sekundengenaue Taktung des täglichen Fernsehprogrammes ist kann sich vorstellen, unter welchem Druck die Verantwortlichen derzeit arbeiten. Und längst scheint das Ende der Fahnenstange nicht erreicht – der Streik scheint sich nun auf die gesamte ARD auszuweiten. 

Seife mit Oliven

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Als erstes soll es ausgerechnet die beliebte Nachmittagssendung „Sturm der Liebe“ (SdL) treffen. Die ARD plant, Insidern zufolge, bereits mit Amateurschauspielern als Streikbrecher.

„Lächerlich“, findet das Justin Reißenweber, der bei SdL die Rolle eines Obers verkörpert und echten Fans als „die graue Eminenz“ der Serie gilt.
Reißenweber zieht die Augenbrauen zusammen und schlägt auf den Tisch. Ärgerlich sagt er: „Ich bin wirklich ärgerlich! Die ARD glaubt, sie könne sich alles leisten. Das ist ein Skandal“.

Ist es wirklich ein Skandal? Schließlich steht auch die ARD zunehmend in der Kritik. Der Vorwurf lautet, die Sendeanstalt würde mit den ihr zugeteilten Millionen nicht richtig Haushalten.

Reißenweber nimmt die Hand vor den Mund, zieht die Augenbrauen nach oben und nimmt den Kopf zurück. Überrascht sagt er: „Das überrascht mich wirklich. Es überrascht mich, wie leichtfertig hier einmal mehr mit deutschen Schauspielern umgegangen wird. Kein Respekt, nirgends.“

Dann schweigt er, seine Lippen beben. Weinend sagt er: „Ich muss wirklich weinen.“

Ob, und falls ja seit wann, bei Sturm der Liebe bereits gestreikt wird, war zu Redaktionsschluss noch unklar.


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