03.11.2017

Berlin – Die Sondierungsgespräche zur Bildung einer möglichen Jamaika-Koalition sind in vollem Gange. Vier Parteien, vier Schwerpunkte, viele Herausforderungen und beileibe nicht nur zum Thema Flüchtlinge, auch, wenn wenig anderes die öffentliche Wahrnehmung erreicht. Wie etwa die Debatte um das leistungsabhängige Kindergeld. Die FDP möchte hier weg vom Pauschalprinzip, hin zur leistungsbezogenen Art der Vergütung nach Vorbild des im Gesundheitswesens angewandten Punktesystems.  

Zwei Leute und Abgrund

Manche pädagogischen Konzepte lassen sich gut mit Schaubildern darstellen

Christine Urner, eine Sprecherin des liberalen Flügels der FDP erklärt: „Nach unseren Vorstellungen, wird jede Erziehungsleistung in einem Katalog erfasst und mit bestimmten Punkten bewertet. Zum Beispiel ein selbst gekochtes Mittagessen mit 20 Punkten, ein aufgewärmtes mit 10. Der Besuch bei McDonalds, die uns ernährungsberaterisch unterstützt haben, mit 12 bis 16 Punkten, je nach Menü.“  

Bei der Bewertung der schulischen Leistung könne man, um den bürokratischen Aufwand so gering wie möglich zu halten, einfach die erzielten Noten würdigen. Bis zur 2 brächten diese Geld, ab der 4 müssten sich die Eltern dann auf Abzüge bis hin zur kompletten Einstellung des Kindergeldes einstellen.   

„Am Ende des Tages, nach der Gutenachtgeschichte (7,5 bis 10,3 Punkte, je nach Dauer und gewählten Themenkomplex, Anm. d. Red.) können Eltern und Kinder dann gemeinsam den Erfassungsbogen ausfüllen und die notwendigen Unterschriften leisten. Wobei bei unter 18-jährigen natürlich noch ein Elternteil als gesetzlicher Vertreter unterschreiben muss.“  

Die FDP will mit diesem neuen System für deutlich mehr Gerechtigkeit am Erziehungsmarkt sorgen und den Eltern Anreiz bieten, sich stärker auf die Optimierung des Kindes zu fokussieren. 
„Wenn etwa eine Alleinerziehende nicht Mal zwei Stunden pro Tag für ihre Kinder aufbringt, muss sich das entsprechend in niedrigerem Kindergeld auswirken. Wenn sich dagegen zumindest ein Elternteil Vollzeit um das Kind kümmert, samt Golf-, Reit-, und Segelkurs, dann müssen diese Eltern auch mehr Kindergeld bekommen. Alles andere wäre ungerecht und der Gesellschaft so nicht mehr vermittelbar, sagt Urner.


Bild Oben: Soledadsnp
Bild Mitte: mohamed1982eg