22.01.2018

Mainz – Es kommt endlich Bewegung in den angestaubten Markt für Wetternamen. Schon seit 1954 tragen in geraden Jahren Hochs männliche Vornamen und Tiefs weibliche. In ungeraden Jahren umgekehrt. Eine Initiative aus Bahn, Wetterdiensten und Fantasyautoren hat nun beim zuständigen Verwaltungsgericht in Mainz eine Reform des Marktes erstritten.

Statue mit Blitz im Hintergrund

Hat keine Furcht vor Tiefdruckgebieten: Typ mit Axt

Stefan Weiler ist beratender Jurist der Initiative. „Wir sind mit der Entscheidung des Gerichtes für meterologische Angelegenheiten sehr zufrieden. Die bisherige Regelung stammt noch aus einer Zeit, als Namen wie „Helga“ einschüchternd klangen. Nach Walküren und so. Heute braucht es mehr, um die Leute zu erreichen.“

Ein liberaleres System der Wetternamen hätte etliche Vorteile, so die Bahn. Die aus der fantastischen Literatur bekannten Namen ließen eine bessere Charakterisierung der Druckgebilde zu. So könne ein schönes Hoch einen elfischen wie „Lalandila, die Sanfte“ bekommen, für ein „richtig fieses“ Wintertief dagegen böten sich orkische, wie Tief „Kark, der Vernichter“ an.
„Da weiß man dann gleich, woran man ist. Nicht wie bei Tief ‚Sybille‘“, so Weiler.

Dass die sonst nicht gerade für ihren Reformwillen bekannte Bahn sich hier engagiert hat aber natürlich auch eigennützige Zwecke.
„Wenn wir den Bahnverkehr wegen des Wetters einstellen müssen, sind viele Reisende unzufrieden, halten die Maßnahmen für überzogen, werfen uns Übervorsichtigkeit, Luschenhaftigkeit und fehlende Vorbereitung vor. Das wird sich durch die neue Namensgebung ändern. Ein Zugausfall wegen „Zarckack der Zerreißer“ liest sich auf der Anzeigetafel ganz anders als „Bernd“. Wenn wir es mit den kalten Klauen von Tief „Ogg, der Zerschmetterer“ zu tun haben, dann können wir nicht anders, als den Verkehr einzustellen. Ich mein, wir sind nur ein Verkehrsbetrieb.“


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