02.09.2017

Mosul – Der sogenannte Islamische Staat (IS) steht international zunehmend in der Kritik, höchstens in Saudi Arabien können sich noch Teile der Gesellschaft für die Ziele der Organisation erwärmen. Doch anstatt die Kritik ernst zu nehmen, auf die Menschen zuzugehen, vielleicht einmal einen Wohltätigkeitsball zu veranstalten, fällt der IS weiterhin einzig durch Terroranschläge auf.
Und nun also auch noch das: Laut übereinstimmenden Zeugenaussagen der Überlebenden aus den besetzten Gebieten rund um Mosul betreibt der IS dort systematisch Altersdiskriminierung. So sollen Menschen über 40 Jahren regelmäßig bei der Einstellung als Kämpfer übergangen worden sein. Sollten sich die Vorwürfe als wahr erweisen, steht dem IS Ärger mit der internationalen Gleichstellungsbehörde ins Haus. Eine vierstellige Geldstrafe droht – schlechte Publicity gibt’s kostenlos oben drauf. 

Eine alte Frau macht ein Foto

Ältere Frau beim Selfie – das Konzept moderner Technik ist nicht jedem älteren Menschen sofort zugänglich

Missmuth al Kabum, Sprecher der IS internen Behörde für Arbeitsrecht, allgemeine Sprengung und Arbeitsschutz zeigt sich empört: „Mir ist kein einziger Fall bekannt, bei dem ein Bewerber des Alters wegen diskriminiert wurde, ganz im Gegenteil haben wir uns zum Beispiel schon früh dafür eingesetzt, dass auch junge Menschen unter 12 Jahren die Chance erhalten, sich sinnvoll für die Gemeinschaft einzubringen. In welchem der ach so fortschrittlichen westlichen Staaten, frage ich Sie, gibt es sowas? Statt die natürlichen Interessen der jungen Menschen nach in die Luft fliegenden Dingen, Kalaschnikows und Zwangsheiraten zu unterstützen, werden sie dort gezwungen, sich stundenlange Vorträge über erfundene Wissenschaften anzuhören. Über zusammenfantasierte, von hinten bis vorne erlogene Wissenschaften. Auf meinem iPhone habe ich einige besonders deutliche Dokumente gespeichert, welche die Falschheit westlicher Wissenschaft demonstriert.“

Wie stehen die Chancen auf eine Verurteilung? Nach Auswertung der vom IS übermittelten Dokumente ergäben sich keine zwingenden Gründe für die Aufnahme von Ermittlungen, heißt es aus der Gleichstellungsbehörde. Zwar seien älteren Bewerbern tatsächlich bestimmte Karrieremöglichkeiten verwehrt geblieben – gleichzeitig aber, seien alternative Stellenangebote innerhalb des Unternehmens angeboten worden. Meist seien diese Arbeitsverhältnisse zwar äußerst kurzfristiger Natur gewesen, aber: „rein rechtlich gesehen alles korrekt.“


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