27.09.2017

Berlin – Das noch junge Parlament hat seinen ersten faustdicken Skandal. Gestern Nacht, gegen 4:00 Uhr, wurde die Krawatte des AFD-Vorsitzenden Alexander Gauland auf frischer Tat beim Wildern erwischt. Ihr Opfer: Ein dreijähriger Hirsch der, mit weiteren Artgenossen, im Berliner Tiergarten lebt. Lebte.

Man sieht Nachtwächter Carsten Arslan den Schrecken noch an, mehrmals stockt ihm die Stimme, als er berichtet:
„Ich bin ganz normal meine Runde gegangen und dann war auf einmal absolute Stille. Keine Eulen mehr, keine vor sich hin brabbelnden Obdachlosen, kein Wind. Gar nichts. Der ganze Park hat geschwiegen, verstehen Sie? Dann war da dieses krawattenhafte Geräusch. Und plötzlich brechen Rehe und Hirsche aus dem Gebüsch, rennen in irren Tempo den Weg entlang.“

Steht auf der Wiese: Hochsitz

Doch ein Rotwild ist zu langsam für die Krawatte. Als Arslan die Stelle erreicht, an welcher der Hirsch um sein Leben kämpft, ist schon fast alles vorbei. Er kann nur noch zusehen, wie das Tier röchelnd zusammen bricht und dann reglos liegen bleibt.

„Ich bin auf die Krawatte los, hab überhaupt nicht daran gedacht, in welche Gefahr ich mich begebe, hab mit der Taschenlampe auf sie eingeschlagen. Nichts.“

Zufällig kommt Crack-Dealer Kevin S. vorbei und will Arslan ausrauben – seine Rettung. Die Krawatte sieht sich mit zwei potentiellen Gegnern konfrontiert und flieht.

Ausgeraubt, ohne Hose und mit Würgemalen an den Armen steht Arslan früh um halb fünf schließlich in der Wache und erzählt seine Geschichte.

„Die Berliner Beamten reagierten äußerst professionell, drehten sofort die Musik leiser, einer gab mir sogar einen Schluck von seinem Bier,“ freut sich Arslan.
Dank des schnellen Eingreifens und der genauen Beschreibung konnte die offensichtlich stark alkoholisierte Krawatte noch in der Nähe des Tatorts festgenommen werden. Ob sie dort auf ihr nächstes Opfer lauerte, müssen jetzt die weiteren Ermittlungen zeigen.
Ob die Krawatte aus der AFD-Fraktion austritt, stand ebenfalls noch nicht fest.