17.08.2017

Berlin – Der Insolvenzantrag für die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft ist gerade erst gestellt, aber Zeit für Wehmut oder gar Trauer bleibt in der kalten Welt der Wirtschaft natürlich nicht. Viel mehr hat längst schon der Bieterwettkampf um die Reste des Unternehmens begonnen. Ganz vorne mit dabei: Der neue Berliner Flughafen BER, der sich nun ganz offiziell um die Buchstaben LIN bemüht. 

Vektorzeichnung eines Löwen mit L

Noch wird das L von einem Tiger bewacht

Jürgen Schuppe, Sprecher der orthographischen Abteilung des Flughafens: „Neben der Brandschutzgeschichte und einigen anderen Kleinigkeiten waren die drei fehlenden Buchstaben eines der zentralen Probleme, welche die Eröffnung des Flughafens so lange hinaus zögerten. Ein fehlender Buchstabe – das ginge ja noch. Gerade heutzutage. Bei zwei allerdings ist die Sache schon kritisch, bei drei dann schließlich unmöglich. Und ich sag das nicht nur als Orthograph, ich sage das auch als Mensch. Mit BER kann einfach viel zu viel gemeint sein, nur die wenigsten kämen auf die Idee, gleich an Berlin zu denken, geschweige denn an den Flughafen. Was denken Sie, wie viele Materiallieferungen deshalb nicht ankamen. Ganze Baufirmen fanden die Baustelle nicht – das wird sich nun mit dem zusätzlichen LIN alles ändern.

Auch VW zeigt Interesse – kommt bald VWIN?

Doch wie stehen eigentlich die Chancen des Hauptstadtflughafens? Schließlich ist er nicht der einzige Bewerber. So zeigt etwa auch VW großes Interesse, angeblich jedoch nur an den letzten beiden Buchstaben, um unter dem neu und positiv besetzten Markennamen VWIN durchzustarten. „Im Notfall“, betont ein dortiger Konzernsprecher, „habe man für das ‚L‘ auch noch eine Verwendung. Etwa um aus dem negativ besetzten Diesel eine ‚Liesel‘ zu machen, wobei entsprechende Pläne noch sehr wenig ausgereift seien.“

So oder so, das Interesse an den Resten AIR BERLINs ist hoch – für die Mitarbeiter bleibt zu hoffen, dass die Konzerne an ihnen ein ähnliches Interesse zeigen.